Pädagogische Leitlinien

Ziel

Ziel des Kindergartens ist es, die Kinder auf ihrem Weg zu Selbstverantwortung und Selbständigkeit zu unterstützen. Diese Unterstützung setzt voraus, dass das Kind als eigene Persönlichkeit mit individuellem Entwicklungstempo und natürlichem Bestreben zu lernen angesehen wird.

Ansatz nach Montessori

Maria Montessori konzentriert sich in ihrer Pädagogik auf die Bedürfnisse, Veranlagungen und Begabungen des einzelnen Kindes. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass Kinder am besten in ihrem eigenen Rhythmus und in ihrer eigenen Art lernen können. Das Leitmotiv ist hierbei die Pflege der natürlichen Freude des Kindes am Lernen. Nach Montessori stellt die Freude des Kindes am Lernen einen Kernbestandteil jedes Kindes dar. Mit Respekt und Achtung unterstützt und angeleitet führt sie zu einer Entwicklung einer in sich ruhenden und ausgeglichenen Persönlichkeit. Die Kinder, die in ihrem eigenen Rhythmus und den eigenen Interessen folgend lernen, erleben Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und verinnerlichen so das Gelernte am besten.

Materialien

Jedes Kind hat einen natürlichen Drang alles zu berühren, zu riechen und zu schmecken. Montessori leitete aus dieser Beobachtung ab, dass der Zugang zum kindlichen Denken nicht auf abstraktem Wege sondern grundsätzlich über die Sinne des Kindes erfolgt. Greifen und Be-greifen werden so zu einer Einheit im Lernprozess. Dieser Erkenntnis folgend, entwickelte Montessori eigenes Lehrmaterial. Der Kindergarten Eulennest arbeitet mit Materialien aus den vier großen Bereichen: Sinnesmaterial (z.B. Einsatzzylinder, Geräuschdosen, Rosa Turm), Mathematik-Material (z.B. Numerische Stangen, Perlenmaterial), Sprachmaterial (z.B. Sandpapierbuchstaben, Metallene Einsätze), und Material zu den Übungen des praktischen Lebens (z.B. Wasser schütten, Löffeln, Anziehrahmen). Im mathematischen Bereich beispielsweise wird so bereits Kindergartenkindern ermöglicht über das Halten einer Perle, den 10er Perlenstab und den 1000er Perlenblock ein abstraktes Verständnis für Zahlen dieser Größe zu entwickeln.


Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit der Kinder wird durch die Arbeiten des täglichen Lebens unterstützt (Fähigkeit sich selber anzuziehen, sich selbst zu waschen, den Esstisch vorzubereiten). Die Kinder sollen lernen sich mit realen Lebenssituationen auseinander zusetzten und zu erfahren, dass Mut, Interesse und Neugierde dabei helfen sich in fremden und aktuellen Situationen zurechtzufinden (Besuch beim Bäcker, beim Förster, Bewegungsbaustelle).
Die Aufgabe des Erziehers ist es nun zu erkennen, welche Anregungen, Bedürfnisse und gegebenenfalls Unterstützungen das Kind benötigt ("Hilf mir es selbst zu tun"). Der Erzieher schafft eine Umgebung, die dem Kind und seinem Entwicklungsstand entspricht ("vorbereitete Umgebung").

Sozialkompetenz

Zentrales Thema im Kindergartenalltag ist das Erlernen sozialer Kompetenzen. Die Kinder werden herangeführt, ihre eigenen Grenzen ("Mir ist es jetzt zu laut") und die der anderen ("Du möchtest alleine spielen und ich akzeptiere das, obwohl ich gerne mit dir spielen möchte") kennen und achten zu lernen.
Die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, die Förderung der Konfliktfähigkeit und die Förderung der Gruppenfähigkeit (lernen in der Gruppe zuzuhören, andere aussprechen lassen) sind wichtige Säulen der Sozialkompetenz. Die Kinder lernen demokratisch Entscheidungen zu fällen und diese zu akzeptieren.
Mit vielen Ausflügen in die nahe Natur, arbeiten mit Naturmaterialien und jährlich zwei Wochen Waldkindergarten möchten wir den Kindern das Erleben, die Achtung und Bewahrung der Natur näher bringen.